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Petrus: Über Stolpersteine hin zur Säule des Glaubens

Dieser Beitrag dient als Ressource für Zellgruppen/Kleingruppen, kann jedoch auch für die persönliche Anwendung genutzt werden!


Fürchte dich nicht davor, dass dein Leben enden wird, sondern fürchte dich eher davor, dass es nie angefangen hat. JOHN HENRY NEWMAN [1]

Verfolgen dich manchmal Fehler, die du gerne ungeschehen machen würdest?

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Würdest du dein Leben noch einmal von vorne leben wollen?

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Glaubst du, dass Gott dir jeden Fehler vergibt?

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Kannst du dir deine Fehler vergeben?

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Bibeltext: Johannes 21,15-17

15 Nach dem Frühstück sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen?« Petrus erwiderte: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Jesus sagte: »Dann weide meine Lämmer.« 16 Jesus wiederholte die Frage: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« Petrus antwortete: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Jesus sagte: »Dann hüte meine Schafe.« 17 Noch einmal fragte er ihn: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?« Petrus wurde traurig, weil Jesus die Frage zum dritten Mal stellte, und sagte: »Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich lieb habe.« Jesus sagte: »Dann weide meine Schafe.


Kernfragen

  1. Was sagt der Text über Gott?

  2. Was sagt der Text über die Menschen? (In der Geschichte und heute)

  3. Was sagt der Text über dich?

  4. Was möchte ich konkret verändern? (Mach dir hier keinen Druck, aber setz dir für die nächste Woche konkrete Ziele. Bitte Gott dir bei der Umsetzung zu helfen.)


Vertiefung

Es gibt in der Bibel kaum eine Figur, die so sehr das Auf und Ab, das Stolpern und wieder Aufstehen verkörpert wie Simon Petrus. Sein Leben ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Gott aus unseren Fehlern und Schwächen etwas Großes formen kann.


Von einem Moment der tiefsten Erkenntnis, als er Jesus als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, erkannte, bis hin zu Momenten der Verleugnung und des Versagens, zeigt Petrus die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrung. Er ist der Inbegriff des Durchschnittsmenschen, der sich bemüht, seinem Meister zu folgen, aber oft von seinen eigenen Begrenzungen behindert wird.

Dennoch ist es das Ende von Petrus' "Werden", das uns am meisten berührt. Trotz seiner Fehler und Misserfolge endet seine Reise als Jünger nicht in Verzweiflung oder Niederlage, sondern in Triumph und Erfolg. Er wird zur Säule des Glaubens, fest verankert in der Liebe und Gnade seines Herrn.

Wie Petrus können auch wir über Stolpersteine hinweggehen und zu Säulen des Glaubens werden. Es erfordert Glauben - nicht in unsere eigenen Fähigkeiten, sondern im mächtigen Wirken Gottes in unserem Leben. Er verspricht, aus uns etwas zu machen, das über unsere Vorstellungskraft hinausgeht, und uns zu einer festen Stütze für andere zu formen.

Wenn wir uns auf den Weg machen, die Disziplinen des Glaubens zu erkunden und zu praktizieren, können wir zuversichtlich sein, dass Gott auch uns zu Säulen des Glaubens machen wird. Petrus ist ein Zeugnis dafür, dass selbst die größten Stolpersteine überwunden werden können, wenn wir auf Jesus vertrauen und uns von seinem Geist formen lassen.


Denkt Gott, dass wir ein Fehler sind?

Wer in Christus ist, kann in Gottes Augen kein Fehler sein. [2]

Wir sind sein Meisterwerk. Epheser 2,10

Wir sind auserwählt. Epheser 1,4

Uns ist vollkommen vergeben. Kolosser 1,22; 1. Johannes 1,9


Was sagt die Bibel über Fehler?

 Wenn wir in unseren Bemühungen scheitern, ist das nicht das endgültige Versagen. Stattdessen bietet es die Gelegenheit, uns an Gottes Verheißungen festzuhalten, Buße zu tun und Gott zu erlauben, uns aufzurichten und uns den Weg zu weisen. In Gottes Plan nutzt er sogar unsere Fehler, um Wachstum zu fördern. Er verwandelt unser Scheitern in eine Chance, noch größere Dinge für sein Reich zu tun. Es ist wie eine Neugeburt aus den Trümmern unserer Vergangenheit, wenn Gott uns ermutigt, seinen Weg zu gehen und in seinem Licht zu wandeln.


Wie nutzt Gott meine Fehler?

Wenn wir über das Scheitern nachdenken, sollten wir uns daran erinnern, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Sein Opfer umfasst unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unsere Fehler zu beweinen bedeutet, das kostbare Blut Jesu zu verachten, das uns von der Last der Schuld befreit hat.

Gott ist nicht von unseren Fehlern überrascht oder entmutigt. Er ist der Allwissende, der die Anfänge und das Ende kennt. In seiner Wirtschaft des Lebens sieht er das Potenzial sogar in unseren Fehlern.

In der Bibel finden wir zahlreiche Beispiele dafür, wie Gott das Versagen seiner Diener nutzt, um sein Werk fortzusetzen. Ein solches Beispiel ist die Nacht, in der Jesus seine Jünger bat, mit ihm zu wachen und zu beten. Obwohl sie scheiterten, indem sie einschliefen, nutzte Gott ihre Erfahrung, um uns eine Lektion über Wachsamkeit und Gebet zu lehren.

Das Versagen ist nicht das Ende unserer Geschichte. Es ist der Beginn eines neuen Kapitels, in dem Gott unsere Schwächen in Stärke verwandelt. Durch unsere Niederlagen lehrt er uns Demut, Ausdauer und die bedingungslose Abhängigkeit von seiner Gnade.

Gott lässt unsere Fehler nicht zu, um uns zu vernichten, sondern um uns zu formen und zu erneuern. Selbst in den dunkelsten Stunden unseres Lebens dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott unsere Schritte lenkt und unsere Tränen in Triumph verwandelt.

Das Scheitern ist ein unausweichlicher Teil des menschlichen Lebens, aber es definiert nicht unsere Identität oder unser Schicksal. In den Händen Gottes wird unser Versagen zu einem Instrument seiner Barmherzigkeit und Liebe.

Wir sollten unsere Fehler nicht verbergen, sondern sie als Gelegenheit sehen, Gottes Gnade und Kraft in unserem Leben zu offenbaren. Denn in unseren Schwächen erstrahlt die Herrlichkeit Gottes am hellsten.

Wie überwinden wir Fehler?


  1. Erkenne an, dass Fehler passieren: In der Auseinandersetzung mit dem Thema Fehler und deren Überwindung ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt die Anerkennung, dass Fehler ein integraler Bestandteil des menschlichen Lebens und Wachstums sind. Unabhängig von dem sozialen Status, der Position oder der Errungenschaften, erlebt jeder Fehltritte. Diese universelle Erfahrung ist nicht etwas, das uns definieren oder unseren Wert mindern sollte. Die Anerkennung, dass Fehler unvermeidlich sind, ist befreiend. Sie entlastet uns von dem unerreichbaren Streben nach Perfektion und eröffnet stattdessen einen Raum für Gnade und persönliches Wachstum. Indem wir Fehler als Gelegenheiten zur Selbstreflexion und Veränderung begreifen, können wir eine gesündere Beziehung zu unseren Unzulänglichkeiten aufbauen. Dieser Ansatz ermutigt uns, Fehler nicht als Endpunkte, sondern als Wegweiser zu betrachten, die uns Hinweise darauf geben, wie wir uns weiterentwickeln können. Statt in Selbstkritik oder Verleugnung zu verfallen, können wir eine Haltung der Offenheit und des Lernens annehmen. Diese Perspektive ist in der christlichen Lehre tief verwurzelt und spiegelt die Überzeugung wider, dass wir durch Gottes Gnade über unsere Fehler hinauswachsen können.

  2. Lerne aus Fehlern: Das Lernen aus Fehlern erfordert eine bewusste Reflexion und die Bereitschaft, sich mit den zugrunde liegenden Ursachen unserer Fehltritte auseinanderzusetzen. Es geht darum, über die unmittelbaren Konsequenzen hinaus zu blicken und die tieferen Lektionen zu erkennen, die uns unsere Erfahrungen lehren können. Dieser Prozess kann uns Einsichten in unsere Stärken und Schwächen vermitteln und uns dabei helfen, Strategien zu entwickeln, um ähnliche Fehler in der Zukunft zu vermeiden. Aus Fehlern lernen bedeutet einen Weg der Läuterung und Transformation zu beschreiten. Indem wir unsere Fehler zugeben und die darin enthaltenen Lektionen annehmen, öffnen wir uns für Gottes wirksame Veränderung in unserem Leben. Dieser Prozess kann uns demütiger, mitfühlender und weiser machen, indem er uns lehrt, sowohl unsere eigenen Unzulänglichkeiten als auch die der anderen mit Gnade zu betrachten. Aus Fehlern lernen schließt eine aktive Entscheidung ein. Es erfordert von uns, Verantwortung für unsere Handlungen zu übernehmen und gleichzeitig Gottes Gnade anzunehmen, die uns die Kraft gibt, uns zu verändern. Diese Haltung des Lernens und Wachsens ist ein lebenslanger Prozess, der uns nicht nur persönlich bereichert, sondern auch unsere Beziehungen zu anderen und zu Gott vertieft.

  3. Überwinde Fehler mit Gottes Hilfe: Gott selbst bietet uns eine Hand, um aus dem Tiefpunkt herauszufinden und unsere Fehler zu überwinden. Die Präsenz Gottes in unserem Leben erinnert uns daran, dass unsere Schwächen und Fehler nicht das letzte Wort haben. Indem wir erkennen, dass Gott in uns ist, verstehen wir auch, dass wir die Macht haben, die Fesseln des Scheiterns zu durchbrechen. Diese göttliche Kraft gibt uns die Zuversicht und den Mut, uns unseren Fehlern zu stellen und aus ihnen zu lernen, anstatt sie uns beherrschen zu lassen. Das Beispiel Moses, der sich in Midian vor seinen Fehlern versteckte, lehrt uns eine wichtige Lektion: Wir können uns nicht vor unseren Fehlern verstecken, um von Gott angenommen zu werden. Gott sieht über unsere Unzulänglichkeiten hinweg und verwendet uns dennoch für seine Zwecke. Diese tiefe Wahrheit eröffnet uns einen Weg der Hoffnung und der Vergebung, der uns ermutigt, unsere Vergangenheit anzunehmen und uns aktiv für eine Erneuerung durch unseren Glauben einzusetzen.

  4. Umgang mit der Wahrnehmung von Fehlern: Die erste Hürde im Umgang mit Fehlern ist oft unsere eigene Wahrnehmung und die Angst vor dem Urteil anderer. Wir fürchten, dass Fehler uns als unwürdig oder inkompetent darstellen könnten. Doch diese Sichtweise ignoriert die grundlegende Wahrheit, dass Fehler universell sind und zu menschlichen Erfahrungen gehören. Sie definiert uns nicht als Person, sondern sind Momente des Lernens und Wachstums. Es ist wichtig, die Vorstellung zu überwinden, dass Fehler unsere Zukunft negativ beeinflussen müssen. Mit Gott in uns haben wir die Kraft, die Macht des Versagens zu durchbrechen und zu erkennen, dass unsere Fehler uns nicht dauerhaft definieren.

  5. Unterscheidung zwischen Sünde und Fehler: Sünde, im theologischen Sinne, bezieht sich auf Handlungen, die bewusst gegen Gottes Gebote verstoßen und somit eine Entfremdung von Gott bewirken. Sünde erfordert Buße und die Vergebung durch Gott, um die Beziehung zu ihm wiederherzustellen. Fehler hingegen sind oft die Folge menschlicher Unzulänglichkeiten, Fehlurteile oder Unwissenheit. Unzulänglichkeiten und Fehler – ob nun sündhaft oder nicht – können ebenfalls von Gott vergeben und umgekehrt werden, was unsere Beziehung zu ihm stärkt und unser geistiges Wachstum fördert. Diese Erkenntnis ist befreiend, da sie uns erlaubt, unsere Fehler anzuerkennen und aus ihnen zu lernen, ohne von Scham oder Schuld überwältigt zu werden. Ein zentrales Thema ist die Notwendigkeit, uns selbst durch das Licht des Wortes Gottes zu prüfen und den Heiligen Geist zu bitten, unsere Sünden zu offenbaren. Diese Selbstprüfung ermöglicht es uns, zwischen Sünden, die Vergebung benötigen, und Fehlern, aus denen wir lernen können, zu unterscheiden. Die Fähigkeit, zwischen Sünde und Fehler zu unterscheiden, hilft uns nicht nur, unsere eigenen Erfahrungen besser zu verstehen, sondern auch, mit größerer Empathie und Verständnis auf die Unzulänglichkeiten anderer zu reagieren.

  6. Gott hat einen Plan trotz unserer Fehler: Einer der tröstlichsten Aspekte des Glaubens ist die Gewissheit, dass unsere Fehler Gottes Pläne für uns nicht durchkreuzen können. Moses, ein Mann mit einer Geschichte von Fehlern, von Totschlag bis hin zu Unglauben, wurde dennoch von Gott auserwählt, um eine führende Rolle in der Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu spielen. Dies unterstreicht eine zentrale Botschaft: Unsere Fehler disqualifizieren uns nicht automatisch von Gottes Plan für unser Leben. Im Gegenteil, sie können Teil des Prozesses sein, durch den Gott uns formt, lehrt und für zukünftige Aufgaben vorbereitet. Gott weiß, wo und wie wir scheitern werden, und entscheidet sich dennoch, uns in seine Pläne einzubeziehen. Diese Erkenntnis ist äußerst befreiend, da sie uns daran erinnert, dass unsere Identität und unser Wert nicht durch unsere Missgeschicke bestimmt werden. Vielmehr sind wir durch Gottes Gnade und seine Fähigkeit definiert, uns zu transformieren und für seine Zwecke zu nutzen. Dies bedeutet nicht, dass wir einen Freibrief für Fehler haben, sondern dass wir darauf vertrauen können, dass Gott alles zum Besten führt für diejenigen, die ihn lieben.

"Die gute Nachricht ist, dass wir, wenn wir scheitern, es noch einmal versuchen können. Wir sind nie dazu verdammt, in unseren vergangenen Fehlern zu leben. Wir bekommen immer eine zweite, eine dritte, eine siebzigfache bis siebzigste Chance. Was für ein geduldiger Vater." Stacey Campbell

Unser Gott ist mächtiger, souveräner und liebevoller als unser Versagen. [3]



 

[1] Jack W. Hayford, Living the Spirit Formed Life (Ventura, CA: Regal; Gospel Light, 2001), 11.

[2] How Does God Use My Failure? „How Does God Use My Failure?“ Zugegriffen 20. Februar 2024. https://growingtogetheringraceandknowledge.blogspot.com/2020/05/how-does-god-use-my-failure.html.

[3] Nashville Institute for Faith and Work. „How God Uses Our Failures at Work“, 1. April 2019. https://www.nifw.org/blog/how-god-uses-our-failures-at-work.


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